Eine Installation natürlicher Art
Als Untertan bezeichne ich den Menschen, der durch seine Gier und
Konsumsucht immer mehr in den Abgrund der Unterwerfung gerissen wird, bis er von ihnen
vollkommen begraben wird.
Der Versuch sich zu retten, in dem er nach der von ihm verdorbenen Welt greift, hat zur Folge,
dass er sie mit in den Graben reisst.
Betonia ist die von den Menschen immer mehr zugepflasterte Erde..........
Die Installation besteht aus:
- Zwei Plastiken aus Ton, Zement und anderen Materialien. Das Volumen der beiden Objekte beträgt zusammen etwa 1/3 Kubikmeter.
- Das Kreuz besteht überwiegend aus bewehrtem Zement. Eine Kletterpflanze, die sich des Objektes bemächtigt, hätte sicherlich gut gepasst. Höhe: ca. 65cm, Breite: ca. 50cm, Gewicht: ca. 35 Kg
- " Der Untertan" ist ein aus Ton, Styropor und "Zivilisationsmüll" zusammengefügtes Objekt. Höhe: ca. 60cm, Breite: 50cm, Gewicht: ca. 15 Kg
- Zwei beschriftete Plakate. Zum Inhalt.
- Eine insgesamt 3 Stunden dauernde Ton-Aufzeichnung, die in full auto reverse modus abgespielt wird. Sie besteht aus zwei verschiedenen zusammengemixten Arten von Tönen.
- Natürliche Töne: Wind, Wasser, Gewitter, Vogelgezwitscher uvm.
- Künstliche Töne: Verkehr, Radio, Sirenen, Metall uvm.
- Ein selbst erfaßter Text
Aus dem Audioband soll das Gefühl erweckt werden, daß der künstliche Alltag vorerst den natürlichen
überrennt, doch im Grunde, sich einfach in ein natürliches Ereignis verwandelt.
Bei dieser Installation kann der Besucher beobachten ( Objekte ) und hören ( Tonbandaufzeichnung ), bzw. lesen ( Texte ) und hören. Eine "Nachricht" ist darin insofern enthalten, ob und wie ein jeder sie als solche verstehen mag.
Der Text ist in Zusammenhang mit den Plastiken erfaßt worden. Er möchte nur Aufmerksamkeit erwecken, ohne eine Lehre oder vielleicht auch Warnung, ( falls sie überhaupt als solche verstanden werden sollten ) daraus schließen zu müssen. Er möchte den Menschen in dem jeweiligen Betrachter erwecken und sämtliche Empfindungen aus ihm herauslocken.
Es stellt sich dann die Frage: -Ist das Kunst? - Wenn ja, ... wo bleibt das Natürliche?
Ich will mehr
Nicht widerstehen konnten Adam und Eva,
Als sie den Weisheitsapfel sahen.
Sie hatten alles, doch es war nicht genug:
Sie wollten mehr, gar wie ihr Schöpfer sein.
Ein Biß genügte, ein ganz und gar winziger Biß,
Und so klein diese Tat auch sein vermochte,
Sie verdarb des Menschen allersehnlichsten Wunsch.
Ihm hat das Schicksal einen Geist gegeben,
der ungebändigt immer vorwärts dringt,
und dessen übereiltes Streben
der Erde Freuden überspringt.
(Goethe)
Vergessen scheint er zu haben, heute heraufschauend,
Was einst seine Vorfahren klagten.
Er schreitet voran. Seinem Ziel entgegen.
Aber was für ein Ziel, wenn es immer und immer mehr sich entfernt,
Je fester er daran glaubt, es mit bloßen Händen zu ergreifen.
Der Weisheit deren Kraft, Unsterblichkeit und Macht sind für ihn Fluch und Schicksal,
Zu besitzen und zu zerstören eine Fügung.
Er hat sich von den Tieren getrennt und zum Sapiens gekrönt,
Nennt sich Mensch und kann denken und vieles mehr.
Doch dies reicht ihm nicht aus.
Viel höher will er hinauf und weit auch hinaus.
Vernunft und Wissenschaft
des Menschen allerhöchste Kraft!
(Goethe)
Auf der Suche nach Erklärung, nach dem Ursprung seines Daseins,
Wo einst Sie ihn erschuf und das Licht ein Leben schenkte.
Wo die Grenzen des Universums?
Was kommt und was wird wüßte er zu gern.
Die Angst um sein Leben läßt ihn nicht schlafen,
Und seine Wachsamkeit mag ihm auch nich helfen.
Er will nichts versäumen, das Leben ist zu kurz.
Und sucht Zufriedenheit und Harmonie,
Doch längst hat er vergessen sie in ihm selbst zu wecken.
Und er vergaß, daß es S i e schon mal gegeben hat,
.... bis er nicht mehr wußte, W a s es mal gegeben hat. © 2003
GianCasti
Die Plakate enthalten folgendes:
........ende gott frage leere stille liebe krieg ratio wachstum fühlen schrei leben wissenschaft naturschutz nichts ferne sehen licht sonne haß religion armut forschung ökologie kultur mensch qual sprache glaube lachen kinder tod frieden gewalt politik sterne freude wind weinen leiden anarchismus atom erkenntnis anpassung geist gier schatten technologie vernunft arbeit zeit versagen verzweflung mond neid wald geld kälte belehren gebot chaos müll intelligenz wasser glut sünde geburt entdeckung hitze erde feuer universum gegenwart urknall pseudo reichtum schatten prophet gesetz ordnung bekehren sieg gleichheit gesellschaft zivilisation strafe antwort leistung vergessen tier egoismus schutz schöpfung zerstörung natur eis kunst asche bildnis wahn niederlage system bewußtsein blut element bruch seuche staat apokalypse nacht sehnsucht mann struktur tag macht kern freiheit folter lösung ader ebbe ergebenheit welle sakrament terror genie melancholie geborgenheit frau luft atem ideal führer flut all glück ewigkeit paradox aggression homo sapiens homo erectus alter erwachsen leidenschaft trauer allein vorbild patriotismus verrat demokratie geschwindigkeit drohung mut element gefühl wort weg enttäuschung tränen schlag reinheit glück durst schicksal zahl fügung sturm hunger verlust fundament rettung gefahr grenze ewigkeit mittel kreis wert wissen organ kampf haut sinn kommunikation einsamkeit erbe justiz grund kritik wille stress wut sicherheit vertrauen denken wunder
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© 2005 · Castiglia Gianni ·
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